schlesienfahrt-2009


5. Schlesienfahrt mit dem Trachten-Tanz-Kreis

TTK - Djonathan Neuss - Kleinenbroich e.V.

 

 

Am 22.5.2009, 20.30 Uhr,  war es endlich  soweit.  Nach langer und umfangreicher Vorbereitung  fuhren  wir  zum 5. Mal mit TTK - Djonathan unter der Leitung von Ullrich Knobloch und Michael Feucht nach Schlesien und Oberschlesien, eine gemischte Reisegruppe aus Neusser Bürgern und  Mitgliedern der Landsmannschaft Schlesien, Kreisgruppe Neuss.

23.5.2009

Nach einer Nachtfahrt - gegen 2.00 Uhr bei Erfurt übernahm Oliver Peters,

der bewährte Busfahrer der Schlesienreisen, das Steuer und wir erreichten etwas

müde Bunzlau.  Nach einem reichhaltigen Frühstück begann die Führung durch Bunzlau, die viele historische Gebäude zu bieten hat. Besonders bekannt ist Bunzlau durch die schon im Mittelalter begonnene Keramikherstellung.

Beim Besuch einer Keramikmanufaktur wurde bei den „Tippeln“ reichlich zugelangt.

Gegen Mittag erreichten wir das ehemalige Zisterzienserkloster Leubus, im 18. Jahrhundert zur größten  Klosteranlage Schlesiens mit einer 225 m langen Front

erweitert. In wenigen restaurierten Räumen werden ständig Wanderausstellungen gezeigt, die zum Teil von Haus Schlesien in Königswinter erarbeitet wurden. Weiter ging es  nach Breslau, die Odermetropole mit heute über 650.000 Einwohnern, ca. 160.000 Studenten, eine lebendige und pulsierende Stadt mit viel Flair, wo wir im Park Plaza-Hotel, nahe der Oder und Universität, für zwei Nächte untergebracht waren.

24.5.2009

Zum Sonntagsfrühstück konnten wir Frau Renate Zajaczkowska, Vorsitzende der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft begrüßen, die  uns Informationen zu ihrer Arbeit vermittelte. Den  Sonntagvormittag hatten wir zur freien Verfügung, der von einzelnen Mitreisenden zum Kirchgang oder Museumsbesuch genutzt wurde.

Ab 14.00 Uhr führte uns eine kundige Stadtführerin durch die Universität, die Aula Leopoldina und den Musiksaal. Nach einem Fußweg über Ring und Schweidnitzer Straße bestiegen wir den Bus zu einer Stadtrundfahrt bis zur Dominsel und schließlich zur neu errichteten Gedenkstätte auf dem ehemaligen

Gräbschener Friedhof zum Gedenken an die vor 1945 verstorbenen Bürger.

Eine 60 m lange Granitmauer verzieren  alte Grabsteine der eingeebneten und nicht mehr vorhandenen Friedhöfe.

Breslau – das Amsterdam des Ostens – hat 113 Brücken und 118 Kirchen.

 

 

25.5.2009

Weiter ging die Fahrt nach Oberschlesien mit einem Zwischenstopp in Brieg, der Geburtsstadt des weltbekannten Dirigenten Kurt Masur.

Bei einem Stadtrundgang mit Führer und Dolmetscher besuchten wir zunächst

das Piastenschloss, das „schlesische Wawel“, die gotische Nikolaikirche, die dritthöchste Kirche in Polen, und das Rathaus im Renaissancestil aus dem 16. Jahrhundert.

Über Oppeln fuhren wir nach Schulenburg, wo uns sofort das zweisprachige Ortsschild – „Walidrogi/Schulenburg“ – auffiel. Von dem Leiter des deutschen Freundschaftskreises und unserer befreundeten Tanzgruppe WAL-NAK, Herrn Oswald Salla und dessen Familie –die Tanzgruppe war der Überraschungsgast

mit Auftritt beim letztjährigen Baudenfest -  wurden wir ganz herzlich empfangen und  wie immer kulinarisch verwöhnt.

Im Garten unter großen Sonnenschirmen war der Tisch gedeckt und es  gab eine köstliche Gemüsesuppe und zur Kaffeezeit den berühmten schlesischen Mohn- und Käsekuchen.

Die Jungen und Mädchen des Tanzkreises in ihren oberschlesischen Trachten erfreuten uns mit vielen schönen Volkstänzen und forderten zum Schluss zum Mittanzen auf. Diesen schönen  Nachmittag -  das „Highlight“ der Reise – werden wir in unserer Erinnerung behalten.  

Gegen 19.00 Uhr bezogen wir unsere Zimmer im Schloss Gross-Stein,

(ein ehemaliger Besitz des  Grafen  von Strachwitz, der jetzt zu einer kirchlichen              Seminar- und Begegnungsstätte der Diözese Oppeln umgebaut wurde).

26.5.2009

Nach dem Frühstück fuhren wir bei herrlichem Sonnenschein durch die schöne

oberschlesische Landschaft über Gogolin, Krappitz und Leobschütz  nach Jägerndorf (ehemals Böhmisch/Schlesien-Sudetenland) /heute Kronov in Tschechien Hier empfing uns  Herr Westphal, der äußerst engagierte Leiter des Deutsch-Tschechischen Freundschaftskreises. Zuerst besuchten wir den Burgberg auf einer Anhöhe gelegen mit der 7-Schmerzen-Marienkirche im Barockstil. Von dort hatten wir einen wunderschönen Blick auf Jägerndorf und Umgebung und das Altvatergebirge. Nach einem Rundgang durch die Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten lud uns Herr Westphal in die Heimatstube zu Kaffee und Kuchen ein.  Diese befindet sich –zusammen mit einem EU-Büro- in einem von der Stadt  zur Verfügung gestellten denkmalgeschützten Haus. In Jägerndorf leben heute noch ca. 80 deutsch-stämmige Personen, die mit viel Elan die deutsche Vergangenheit bewahren; u.a. werden Deutschkurse angeboten und eine reichhaltige Bücherei steht den Interessenten, auch der tschechischen Bevölkerung,  zur Verfügung.

27.5.2009

Am Mittwoch mussten wir Oberschlesien leider wieder verlassen. Es ging Richtung Niederschlesien nach Hirschberg, wo wir im Hotel Mercure für die letzten drei Nächte Quartier bezogen. Natürlich durfte ein Besuch von Schloss Lomnitz bei Familie von Küster mit  Schloss- und Ausstellungsbesichtigung und Kaffeetrinken nicht fehlen. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie sich das ganze Anwesen von Jahr zu Jahr entwickelt und die geplanten Vorstellungen verwirklicht wurden.

28.5.2009

Am Donnerstag stand der weitläufige Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, beiderseits des Grenzflusses  Neisse gelegen, auf dem Programm.

Der Park ist mit einer Gesamtfläche von 750 ha der größte Landschaftspark Zentraleuropas,  im englischen Stil angelegt  und in  die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen.  Wie wir alle feststellten, war Fürst Pückler ein weitgereister Mann, der das Leben in vollen Zügen genoss.

29.5.2009

Wir besuchten die Friedenskirche in Jauer, erbaut nach dem westfälischen Frieden aus Holz und Lehm, ohne Turm, innerhalb eines Jahres, außerhalb der Stadtbefestigung, einen Kanonenschuss weit weg, mit Raum für ca. 6.000 Personen – Weltkulturerbe seit 2001.

Leider war uns der Wettergott nicht gut gesonnen,  es regnete und schneite im

Wechsel, sodass die Sicht auf das Gebirge sehr schlecht war.

Unsere beiden Reiseleiter waren immer sehr flexibel und sie  konnten kurzfristig eine Führung im Gerhart-Hauptmannt-Haus in Agnetendorf arrangieren. Einige

mutige Reisegäste wagten trotz des ungemütlichen Wetters einen Gang zur

sehenswerten Stabholzkirche Wang.

Beim Abschlussabend gab es ein 4-Gang-Menü und wir saßen alle gemütlich beisammen. Mit guter Musik, lustigen Vorträgen und gelegentlichen Tanzeinlagen ging der Abend zu Ende.

30.5.2009

Nach einer kurzen Nacht ging es am Samstag, begleitet von Regen und dicken Wolken, in Richtung Neuss,  wo wir voller schöner und bleibender   Eindrücke von unserer diesjährigen Schlesienfahrt gegen 21.00 Uhr eintrafen.

Wir danken unseren beiden Reiseleitern – Ulli und Michael – für ihren unermüdlichen und tatkräftigen Einsatz, ihre  Umsicht und Hilfsbereitschaft.

Oli gebührt unser Dank für seine ruhige und sichere Fahrweise.

 

Die Fahrt nach Schlesien war wieder einmal wunderschön

und wir hoffen, dass wir uns 2011 gesund und munter wiederseh’n!

 

 

 

 

Helga Fietz/Steffi Wehnemann

 

 

 

 

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