reise2005


Schlesienfahrt 2005

 

 

Am 20. Mai 2005 um 22.30 Uhr startete am Bahnhof Neuss (Kaufhaus Knuffmann), nach vorherigen Zustiegen in Norf, Hoisten und Reuschenberg, ein vollbesetzter Bus unter Leitung der stets gut gelaunten Reiseleiter Ulrich Knobloch und Michael Feucht.
Nach ruhiger Fahrt und Fahrerwechsel bei Erfurt, wo Olli Peters –der bewährte Busfahrer der ersten beiden Schlesienreisen – zustieg, wurde Görlitz erreicht    und im Café Ratsapotheke wartete ein reichhaltiges Frühstücksbüffet.
Gegen 9.30 Uhr wurde die Gruppe von einer engagierten Fremdenführerin durch die historische Altstadt begleitet. Nach einem Besuch in der Schlesischen Schatztruhe bei Alfred Theisen führte die Fahrt weiter zur Landeskrone – Auffahrt mit dem Landskron – Express – zum Mittagessen. Von hier ab begleitete uns Andreas aus Waldenburg, ein Mitarbeiter der Schlesischen Jugend, mit ausführlichen Erklärungen.
Der Grenzübergang mit Vorzeigen der Pässe war reibungslos und weiter ging’s durch die niederschlesische Landschaft nach Schloss Klitschdorf/Kliczkow, nördlich von Bunzlau. Mit einer Führung besichtigten wir das zu einem exklusiven Konferenz- und Erholungszentrum umgebaute Schloss.
Gegen 19.00 Uhr erreichten wir nach einem erlebnisreichen ersten Tag Breslau. Samstag Abend am Breslauer Ring, wundervoll beleuchtet, flotte und laute Musik, Gaukler – die alte schlesische Metropole präsentierte sich voller Leben.
 
Am Sonntag nach dem Frühstück war Abfahrt zur Jahrhunderthalle mit Rundgang durch den Scheitniger Park bis zur Oberschlesischen Schrotholzkirche, Weiterfahrt zur Dominsel mit Besuch des Domes, von dort Fußweg zur Universität mit Besichtigung der Aula Leopoldina und Musiksaal. Den Nachmittag verbrachte jeder auf seine Weise in den zahlreichen Restaurants rund um den Ring oder kurzer Taxifahrt an einen Ort der Erinnerung.
 
Am Montag verabschiedeten wir uns von Breslau und fuhren über Zimpel, Günterbrücke, Wüstendorf nach Groß Nädlitz zum Deutschen Soldatenfriedhof
und Friedenspark - eine große, weite Anlage, die mit dem Wachsen der Bäume erst ruhig wirken wird. Nachdenklich verließen wir den Park.
Über Ohlau, Grottkau fuhren wir bei herrlichem Sonnenschein durch das weite Land mit den leuchtenden Rapsfeldern, vorbei an Neubauten aber auch - deprimierend – an vielen ungepflegten und zerfallenen Häusern und erreichten gegen Mittag Neisse, das „Schlesische Rom“. Hier erwartete uns Eva Czeczor, eine Mitarbeiterin des „Senfkorn-Verlages“ Der Pfarrer der St. Jakobus-Kirche führte uns durch die im Turm befindliche Schatzkammer mit den Neisser Kirchenschätzen. Einige wertvolle Gegenstände wurden erst vor einigen Jahren aus einem Versteck - eingemauert und vergraben, nach einem Hinweis von ehemaligen Neisser Bürgern aus der Bundesrepublik – geborgen.
Eva begleitete uns mit ihren Erklärungen bei einem Rundgang durch Neisse und Herr Rock von der dortigen Eichendorff-Gesellschaft führte uns zum wieder aufgebauten Eichendorff-Denkmal.
Es war ein sonniger und heisser Tag – Ulrich Knobloch telefonierte vom Bus aus: „ Wir sind kurz hinter Oppeln, mach schon mal das Tor auf.“ Im nächsten Ort ging es von der Hauptstraße in ein Wohngebiet und der Bus fuhr rückwärts auf das Grundstück von Oswald Salla in Schulenburg b. Oppeln. Hier erwartete uns, hungrig und durstig wie wir alle waren, im Garten unter riesigen Sonnenschirmen eine reich gedeckte Kaffeetafel u.a. mit schlesischem Mohnkuchen. Die Tanzgruppe WAL-NAK aus Schulenburg; geleitet von Waltraud Salla, zeigte ihr Können. Diese Gastfreundschaft bei den alten Oberschlesiern“ war ein überwältigendes Erlebnis.
Weiter ging’s zum Schloß Groß Stein, unserem Standort der nächsten zwei Tage. Nach dem Abendessen führte uns Dr. Mateja erklärend durch das Schloß Sankt Hyazinth Sanktuarium (ehem. Besitzer Graf Strachwitz), heute Zentrum für Kultur und Wissenschaft der theologischen Fakultät der Universität Oppeln.
Schlusswort der Führung: „Sie haben ja jetzt Schlüssel, fühlen Sie sich wie Prinz und Prinzessin.“
 
Am Dienstag begleitete uns Eva, die hier unmittelbar wohnt und arbeitet, zum St. Annaberg. Nach der Führung in der Kirche und Besuch des Senfkorn-Ladens fuhren wir über Leschnitz, Kadzieryn-Cosel in die Woiwodschaft Schlesien nach Lubowitz bei Ratibor. Hier besuchten wir das Eichendorff-Begegnungszentrum, den Friedhof und die Schlossruine. Nach einer Mittagspause erreichten wir Schloß Plawniowitz b. Gleiwitz (ehem. Besitzer Graf Ballestrem) und besichtigen dieses mit einer Führung, die Eva übersetzte. Am Annaberg verabschiedeten wir uns von Eva Czeczor.
Nach dem Abendessen erfreute uns im Spiegelsaal von Schloß Groß Stein der Chor aus Oderwinkel mit seinem reichhaltigen Repertoire deutscher Lieder.
 
Am Mittwoch verließen wir Groß Stein, verabschiedeten uns in Schulenburg von Oswald und Waltaud Salla und gelangten über Breslau und Schweidnitz nach Schloß Fürstenstein. Wir besichtigen diese große Schlossanlage und Andreas, der inzwischen wieder bei uns war, übersetzte die Erklärungen der Führung. Durch das Waldenburger Bergland erreichten wir Schömburg (nahe der tschechischen Grenze ) mit einem kurzen Besuch in den Weberhäusern. Weiter ging’s in Richtung Schmiedeberg, vorbei am Landeshuter Rücken, nach Krummhübel-Brückenberg ins Hotel Pegaz, unserem Standort im Riesengebirge unterhalb der Schneekoppe.
 
 
Am Donnerstag brachen wir zu einer Fahrt durch das Hirschberger Tal auf, vorbei am Schloß Erdmannsdorf mit den Tiroler Häusern, Schloß Buchwald (ehem. Graf von Reden), Schloß Fischbach, Schloß Schildau (ehem. Friedrich Wilhlem III. für Tochter Luise der Niederlande, wird nach Brand vor 2 Jahren wieder aufgebaut) zum Schloß Lomnitz. Bei herrlichem Sommerwetter hatten wir hier Gelegenheit zu einem Spaziergang durch den Park mit anschließender Schlossbesichtigung, Führung und Diavortrag zur Ausstellung der Gärten und Schlösser im Hirschberger Tal, die hier im Schloß Lomnitz untergebracht ist. Nach dem vorzüglichen Mittagessen auf der Terrasse von Schloß Lomnitz, einem vorbildlich renovierten deutschen Adelssitz, verabschiedeten wir uns von Frau von Küster, den heutigen Eigentümern des einstigen elterlichen Anwesens.
Den Nachmittag verbrachten wir in Hirschberg, Rundgang durch die Stadt mit ihren Laubengängen, Blick in die Gnadenkirche und Besuch der Gruftkapellen auf dem Friedhof.
Zurück in Krummhübel besuchten wir über den holprigen und steinigen Weg die Kirche Wang.
 
Am Freitag fuhren wir in Richtung Schmiedeberg durch das Riesengebirge, vorbei an „Schwiegermutters Zunge“ (einer starken Kurve) zum Grenzübergang Liebau/Königshan nach Tschechien ins ehem. Sudetenland. Ziel waren die Adersbacher Felsen. Durch Umleitung und Straßensperrung blieb wenig Zeit für die Felsenstadt, denn in Trautenau wartete das bestellte Mittagessen mit böhmischen Knödeln. Auf dem Marktplatz hörten wir noch böhmische Blasmusik und es ging zurück nach Königshan, wo sich Andreas, unser schlesischer Reiseführer, verabschiedete.
Zum Ausklang und Abschied dieser „schlesischen Woche“ erwartete uns beim Abendessen ein Musik-Duo und Rübezahl, der „Herr der Berge“ erschien zum Fototermin.
 
Am Samstag, dem 28.5.2005, ging’s nach dem Frühstück und Kofferverladung über Hirschberg, Greifenberg und Lauban ohne Passkontrolle über die Grenze bei Görlitz. Nach einer kurzen Rast bei Dresden, kurzem Stau vor Gera, wo unser Busfahrer bei einem Autobrand mit dem Feuerlöscher helfend einspringen musste, und Pause im Trucker Stop bei Gera erreichten wir an diesem heißen Maitag wohlbehalten gegen 21.30 Uhr unser rheinisches Neuss und ca. 22.30 Uhr schließlich den Bushof Schröder in Norf.
 
Es waren schöne und erlebnisreiche Tage mit unvergesslichen Eindrücken und wir alle haben gern gehört, dass die Reiseleitung über die nächste Reise nachdenkt! Mit welchen Überraschungen ?          
(geschrieben von Helga Fietz)
 
 

Schloss Lomnitz

Zum Abschluß der Schlesienreise stand ein Besuch bei der Familie von Küster im Schloß Lomnitz an. Schloß Lomnitz liegt am Fuße des Riesengebirges, eingebettet in die malerische Park- und Schlösserlandschaft des Hirschberger Tales.

 
 

 

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